Zur
Rolle von Computer Mediated Communication (CMC) von V. Winiwarter, Wien
Was den Teamprozeß betrifft, mußten wir lernen, daß auch Menschen mit kommunikativen Absichten nicht gegen Verständigungsprobleme gefeit sind. Die Differenz zwischen "Hoffnungen und Erwartungen" der WissenschaftlerInnen des Teams und den "Versprechungen" der Techniker des Teams wurde im Projektverlauf nicht kleiner. Es ist dies eine womöglich über unseren "Fall" hinaus verallgemeinerbare Erkenntnis. Die "Versprechungen" von Produzenten von EDV-Lösungen nähren sich aus dem allgemeinen Glauben an Machbarkeit und "Informationsrevolution" und aus der Erfahrung einer sehr raschen Entwicklung, wo heute schon möglich ist, was gestern noch unmöglich schien. Die Hoffnungen der Anwender nähren sich aus dem gleichen Reservoir. Allerdings ist damit nicht gesagt, daß beide Parteien irgendwie kompatible Denkweisen und Vorstellungen hätten. Die Einbeziehung von technischen Experten für neue Medien in Prozesse ist keinesfalls problemlos, Techniker "funktionieren" nicht einfach so, auch mit ihnen müssen Kommunikationsprozesse und Aushandlungen laufen, die durchaus zeitaufwendig sind. Das Produkt CLOC, das in diesem Aushandlungsprozeß entstand, hatte erfolgreiche und weniger erfolgreiche Teile. Wie in der Aufzählung bereits angedeutet, waren die interaktiven Features der CLOC wenig erfolgreich. Links und Büchersammlung blieben klein, Diskussionen fanden kaum statt und damit auch kaum Interaktion bzw. Kommunikation. Die Präsentationen hingegen dürfen als Erfolg bezeichnet werden. Bei allen Kommunikationsschwierigkeiten des Programms nutzten insgesamt 16 Module diese Möglichkeit der Präsentation, und die entstandene Vielfalt in thematischer wie gestalterischer Hinsicht ist beeindruckend (www.cloc.org/forum). Es gelang uns auch durch Aufnahme in einen einschlägigen Webring (sustainability webring) eine durchaus beachtliche internationale Sichtbarkeit zu generieren. Dies gelang auch dank einer intensiven e-mail Kampagne an einschlägige website-Verwalter und die Eintragung in eine Reihe von einschlägigen Konferenzankündigungsseiten und sonstigen Ankündigungs- und link-Seiten, war also eine recht aufwendige Angelegenheit. Innerhalb der Kulturlandschaftsforschung blieb es bei geringem Teilnehmerinteresse. Nicht einmal jene Teams, die eine Präsentation in der CLOC hatten, sind in der Teilnehmerliste auch nur einigermaßen vollständig vertreten. Soweit uns bekannt ist, haben auch kaum TeilnehmerInnen ihre CLOC-Präsentation innerhalb der CLOC als Präsentationsplattform gegenüber Partnern oder Auftraggebern genutzt. Der Umweg war keine Abkürzung, das Netz bliebt lose verknüpft. Es bleiben aber neben Erfahrungen mit der Produktion und Wartung eines Webprojektes auch handfeste Produkte. Durch die Produktion einer CD-ROM mit Präsentationen, Buchliste und Linksammlung verstetigen wir die CLOC nach Art eines proceedings-Bandes, den alle TeilnehmerInnen der CLOC zur Verfügung gestellt bekommen. Aus der Diskussionsliste ging das Diskussionsforum KLF (D-KLF) hervor, ein Diskussionsforum, in dem neben den "alten" Vernetzungsthemen aus der CLOC jede Person einen eigenen Kommunikationsfaden beginnen und ebenso gut weiter betreuen kann. Von dort aus ist auch das CD-ROM Archiv der CLOC online verfügbar. (www.cloc.org/forum). Während der Modulmesse 2000, dem einzigen gemeinsamen Treffen in der Forschungsgemeinde, wurde den TeilnehmerInnen die Möglichkeit angeboten, sich am Forum zu beteiligen, indem sie ihre Kommentare zur Modulmesse über das Forum austauschen konnten. Auch die Diskussion einzelner Beiträge sollte so angeregt werden. Im Gegensatz zur CLOC, die zwar im Rahmen eines solchen Programmtreffens in einem Kurzvortrag vorgestellt wurde, aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht benutzbar war, sollte dem Diskussionsfomum damit ein besserer Start ermöglicht werden. Das Diskussionsforum unterscheidet sich in einem Punkt sehr wesentlich von der "alten" CLOC: Die Sprache des Forums ist deutsch. Englisch erwies sich als Hemmschwelle für TeilnehmerInnen, eine Hemmschwelle die unterschätzt wurde. Mit dem Diskussionsforum gibt es noch keine Erfahrungen. Die Trennung von Präsentation und Kommunikation und die damit mögliche Konzentration auf eine Funktion erscheint uns aber jedenfalls nötig und sinnvoll. |
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