Magazin - Ausgabe 02/2000
ISSN 1439-9954

"Ohne Wasser merkt euch das....."

- Wenn landschaftlicher Stoffwechsel und Wasserhaushalt zur Überlebensfrage werden und wie eine Wende sogar wirtschaftlichen Nutzen machen könnte.

von W. Ripl, Berlin

 

4. 

Sie meinen deshalb, dies wäre blanke Utopie?

Ist nicht die Fortschreibung unseres auf ständigem Wachstum aufbauenden Wirtschaftssystems nach Kettenbriefmodell bereits die größere Utopie? Wir haben bei der Wende vor 10 Jahren zu unserer aller Überraschung erfahren, daß sich gesellschaftliche Veränderungen in stark nichtlinearer Weise entwickeln. Weder unsere Wirtschaftsexpertise noch das politische Management war auf solche Änderungen vorbereitet. Kein Rechenmodell sagte die Wende voraus, obwohl jeder gewußt haben müßte, daß eine zu lange Serie von ständig roten Zahlen jeden Betrieb zur Konkursreife bringt. Dies trifft heute leider auch auf unsere Gesellschaft zu. Bei stagnierendem Wachstum erodieren die Sicherungsstrukturen unserer Gesellschaft, wie die Arbeitsplatz- und die Rentendebatte zeigt.

Vollziehen wir deshalb die neue Wende bewußt. Folgen wir den Spielregeln der Natur, lernen wir wie Wasser in seinem dynamischen Wechselspiel mit dem Boden und der Pflanzendecke den Wirkungsgrad steigert. Vergesellschaften wir uns neu und erhöhen wir die ortsangepaßte Vielfalt durch neue Wahlmöglichkeiten und neue Beziehungen, befreien wir uns aus der Drogenabhängigkeit durch fossile und atomar erzeugte Energien und ihrer immanenten Störpotentiale auf unser physisches System. Stellen wir den Menschen wieder in den Mittelpunkt als effizienzsteigernden Steuermann an der Schnittstelle Natur und Gesellschaft im neuen Millennium.